U18 im Halbfinale des WBV-Pokals
von Christian Stade
Umso mehr wollten die Gastgeber aus Hagen diesen Sieg gegen uns feiern. Dafür waren auch ihre Hausaufgaben gemacht worden. Die Halle war prall gefüllt und bei jeder positiven Aktion wurde es richtig laut in der Halle. Unsere Aufgabe war von Anfang an klar. Wir sind die Gejagten und müssen die Ruhe bewahren sowie unsere mannschaftliche Spielweise auf das Parkett bringen. Dies gelang uns gegen die sehr aggressive Presse überwiegend gut und kontrolliert. Zwar gab es immer mal wieder Situationen, wo wir zu lange den Ball nicht bewegten, aber dies wurde von der sehr guten Verteidigung wieder wettgemacht. So konnten wir die ersten drei Minuten sehr gut nutzen, um zum einen die Hagener ohne Punkt dastehen zu lassen, als auch die Halle nicht zum kochen zu bringen. Als dann die ersten beiden Dreier bei uns im Korb landeten war klar, wo die Reise bei der Stimmung hingehen würde.
Dennoch blieben wir sehr konzentriert und ruhig, immer mit dem Fokus auf unser Spiel. Da wir zudem noch körperlich klar im Nachteil waren, mussten wir uns auch etwas an die Situation gewöhnen, dass die Unparteiischen sehr viel laufen ließen. Doch mit zunehmender Spielzeit wurde dies deutlich besser umgesetzt und wir agierten ähnlich präsent wie die Hagener. Das einzige Manko in der ersten Halbzeit war die Kälte von Außen. Wir konnten keinen unserer Dreipunktewürfe verwandeln und konnten unsere gute Spielweise nicht belohnen. So liefen wir zur Halbzeit einen 37:30 hinterher.
Die Halbzeitansprache war klar und sachlich. Weiterhin an die eigenen Stärken glauben und mit stolzer Brust den Weg zum Korb suchen. Ebenso werden dann auch die Würfe fallen. Dabei sollte das Mannschaftsspiel nie aus dem Fokus rücken. Diese Marschroute zeigte sich hervorragend in der packenden zweiten Halbzeit. Die Verteidigung zeigte eine aggressivere Herangehensweise und konnte einige Bälle erobern, die in der ersten Halbzeit nicht bei uns landeten. Daraus resultierten auch einige Fast-Breaks und noch viel wichtiger eine Punkte zum richtigen Zeitpunkt. Nämlich immer dann, wenn die Stimmung bei den Zuschauern wieder etwas hochkochte. Das dritte Viertel dominierten wir mit einen 14:32 wodurch wir dann mit 51:62 in Führung lagen. Dabei übernahm jeder auf dem Feld Verantwortung und überzeugte mit guten Aktionen im Eins-gegen-Eins oder auch in der Abschlussfindung als Team. Im letzten Viertel lieferten beide Teams ein regelrechtes Feuerwerk ab. Während die Gastgeber voll auf eine noch aggressivere Presse und einen Center, der alles auf die Karte Power setzte, legten, zeigten wir warum unsere Teamleistung wichtiger ist als Individualität. Wir überspielten sehr oft ganz einfach die Presse und konnten innerhalb weniger Sekunden den Korb erzielen. So blieb der Abstand immer konstant und wir verwalteten das Spiel extrem gut. Auch die taktischen Kniffe in den Auszeiten wurden vom Team immer sensationell umgesetzt, sodass die Gastgeber oftmals ins Leere liefen. Auch die Freiwurfquote passte perfekt zum Abend. Wir haten mit einer Quote von 81% die beste Ausbeute der bisherigen Saison. So konnten wir am Ende mit einer nahezu perfekten Leistung ein Spiel gewinnen, wo es anfangs nicht so wirklich danach aussah.
Entsprechend hoch war die Freude aller den 82:91 Sieg zu feiern und den Einzug in das Final-Four des WBV-Pokals zu schaffen. Hier werden am 09.05. und 10.05. die Halbfinalspiele und Finalspiele zentral ausgetragen, wobei der Austragungsort noch offen ist. Das Erreichen des Final-Four ist der bislang größte Erfolg einer Jugendmannschaft des WTV und bei der ersten Teilnahme an diesem Wettbewerb ein Fingerzeig an die gesamte Jugendarbeit, die seit vielen Jahren geleistet wird.
Es spielten: Apo Petsas (15), Jonas Raab (20), Aryon Kosta (7), Elvin Krupic (2), Vincent Bur (18), Nikita Kashchenko (9), Timo Mengede, Alexander Ignatov (21)



